JAHRESTHEMA
Das MAXIM Theater bestimmt am Anfang des Jahres jeweils ein Thema, welches das Programm das ganze Jahr begleitet. Es ist ein Themenschwerpunkt, mit dem sich das MAXIM gemeinsam mit seinen Teilnehmer:innen auseinandersetzt und gemeinsam künstlerisch zum Ausdruck bringt. So soll am Ende des Jahres ein geschärfteres und zugleich breiteres Verständnis des jeweilige Begriffes geschaffen werden.
JAHRESTHEMA 2026
Wir freuen uns, euch unser Jahresthema für dieses Jahr vorstellen zu dürfen: Gem-Einsamkeit.
Einsamkeit betrifft bis zu einem Drittel der Menschen, auch in der Schweiz, und ist weit mehr als individuelles Leiden. Sie ist eng verknüpft mit Armut, Migration und fehlender Teilhabe, erhöht das Risiko für psychische und körperliche Erkrankungen und trifft besonders vulnerable Gruppen.
Vor allem aber hat Einsamkeit politische Sprengkraft: Menschen, die lange einsam sind, verlieren oft Vertrauen. Zuerst in andere Menschen, dann in Institutionen und schliesslich in das politische System. Diese Menschen gehen seltener wählen. Sie sind auch eher offen für populistische Versprechen oder autoritäre Ideen.
Die Philosophin Hannah Arendt hat darüber geschrieben. Sie erklärte: Wenn Menschen isoliert leben und sich nicht verbunden fühlen, kann das für eine Gesellschaft gefährlich sein. Solche Situationen können totalitäre Entwicklungen begünstigen.
Wenn Mitgefühl, Verständnis für andere Perspektiven und der Umgang mit unterschiedlichen Meinungen schwächer werden, gerät die Demokratie in Gefahr.
Hier setzt das MAXIM Theater an. Das gilt für das aktuelle Theaterprojekt, für die ATELIERS, die Veranstaltungen der Plattform Zwischenräume, das Mobile MAXIM und für seine Arbeit allgemein. Wir möchten thematisieren, wie Einsamkeit mit Distanz zur Demokratie zusammenhängt. Welche politischen und gesellschaftlichen Folgen kann dieser Zusammenhang haben? Gerade in der heutigen Zeit des zunehmenden Populismus und dem Erstarken autoritärer Kräfte sollte nach GEMEINSAMKEIT gesucht werden, nach Austausch und Teilhabe.
Das MAXIM Theater schafft einen Raum gegen Isolation, fördert Empathie und stärkt die demokratische Kultur. Seit der Gründung vor 20 Jahren ist das MAXIM Theater ein Ort der (kulturellen) Teilhabe, entgegen einer Tendenz der Vereinsamung.
So kann Kunst in die Gesellschaft wirken.
JAHRESTHEMA 2025
Wir freuen uns, euch unser Jahresthema für dieses Jahr vorstellen zu dürfen: Erinnerungen.
Fragmente des Erinnerns – Theater als Ort des Erinnerns?
Wessen Erinnerung zählt? Und wer entscheidet, welche Erinnerung in das kollektive Geschichtsbewusstsein aufgenommen wird? Welche Erinnerung wird positiv, welche wird negativ gewertet?
Die Mehrheit der Gesellschaft bestimmt, wie wir gemeinsame Erinnerungen verstehen. Aus diesen Erinnerungen leiten wir ab, wie wir uns verhalten sollten. Die Geschichten, die wir als wichtig erachten, zeigen uns, welche Werte in unserer Gemeinschaft gelten. Sie helfen uns, unsere Identität zu formen und zeigen, wer dazugehört – und wer eben auch nicht.
Welchen Beitrag kann das Theater – und im Speziellen das MAXIM Theater mit seiner divers zusammengesetzten Community – zum kulturellen kollektiven Gedächtnis beisteuern?
Erinnern ist politisch. Es zeigt, wer in einer Gesellschaft sichtbar gemacht wird und wessen Geschichten verdrängt werden. Aber: Ohne (vielseitige) Erinnerung gibt es keine Zukunft. Das MAXIM Theater ist ein Ort voller vielseitiger Stimmen – diesen Stimmen und ihren Erinnerungen möchten wir Gehör verschaffen, einen Klangraum und eine Bühne bieten.
Die neue Theaterproduktion «Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt» - ein Theaterstück für das Ensemble des MAXIM Theaters in Zürich von Usama Al Shahmani und Ivna Žic nach dem Roman von Usama Al Shahmani (Limmat Verlag, 2022) greift diese Forderung auf. Wir wollen eine bunte Erinnerungslandschaft! Das MAXIM-Ensemble untersuchte zusammen mit den Autor:innen Ivna Žic und Usama Al Shahmani, wie Erinnerungen in einer vielfältigen Gesellschaft entstehen und sich verändern. Dies wird auch im Rahmenprogramm und den ZWISCHENRÄUMEN aufgegriffen.
