KASSANDRA

30. Okt. 2009

Weitere 10 Vorstellungen im Nov. 2009



Im Tagebuchteil der „Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra“ sagt Christa Wolf: „ Wenn keiner, der mit Waffen zu tun hat, mehr den Finger rührte? Dann würden sie alle arbeitslos. Na und? Denkt man. Besser arbeitslos als tot. Aber so denken die nicht, denn sie fürchten mehr den sicheren gesellschaftlichen Tod als den unsicheren physischen. Dies nenne ich: falsche Alternativen. Ihre Zahl nimmt zu.“ Sechs Frauen aus 6 Ländern haben sich über Improvisationen der Figur Kassandra aus Christa Wolfs Erzählung angenähert und nach den Ursachen gesucht, die dazu führen, dass damals wie heute Kriege entstehen. Wohin führen Unzufriedenheit, Zurücksetzungen und verletzte Eitelkeiten im Kleinen? Das entwickelte Theaterstück schlägt den Bogen zu heute und erzählt in dramatischen, aber auch ironisch gebrochenen, komischen Szenen über Abhängigkeiten und der daraus resultierenden Loyalität, über das Begehren nach einflussreichen Positionen, über Täuschung und Schuldgefühle und über den Mechanismus der Verdrängung, dann, wenn jede einzelne Frau hinschauen müsste und etwas riskieren, um den Ausbruch von Gewalt zu verhindern. Kassandra hat keine Chance Gehör zu finden. Gibt es noch einen Unterschied im Handeln zwischen Frauen und Männern, wenn es darum geht, Haltung zu beziehen, und den eigenen Untergang zu verhindern?

 

Regie: Jasmine Hoch 

Raum und Kostüme:  Claudia Flütsch                    

Vocal Coach  Saadet Türköz l Dramaturgische Beratung  Christine Besier  MaskeAnja Lareida l Technik Phil Burnand

Es spielen:  Besér Basguerboga l Salla Ruppa l Justyna Siwiec l Edita Skalic l Ana Maria Steg l Susan Wohlgemuth



DER STURM / THE TEMPEST VON WILLIAM SHAKESPEARE

26. Jun. 2009

Weitere 10 Vorstellungen vom 27. Juni bis zum 18. Juli 2009

 



Der durch eine mörderische Intrige gegen seinen Bruder Prospero mit Gewalt an die Macht gekommene Herzog von Mailand gerät nach einem Schiffbruch mit seinem Hofstaat auf eine kleine unbekannte Insel. Neuer Herr dieser Insel ist ausgerechnet der einst von ihm gestürzte Bruder Prospero. Dieser hat sich mit Hilfe seiner überlegenen magischen Techniken Kaliban, den alten Herrscher der Insel, unterworfen und zum Sklaven gemacht. Prosperos Rache am Bruder ist nahe. Aber ausgerechnet in diesem Augenblick revoltiert der Sklave Kaliban, und auf der Insel beginnt ein Krieg von allen gegen alle um Macht und um Freiheit. Das Ensemble des MAXIM Theaters zeigte dieses Alterswerk von Shakespeare in Deutsch und Englisch mit SpielerInnen aus Afrika, Südasien, dem Nahen Osten, Europa und Südamerika. Nach zwei Voraufführungen fand die Premiere von The Tempest/Der Sturm am 26. Juni 2009 im MAXIM Theater statt. Das Experiment mit einem klassischen Theatertext Shakespeares und einer vielsprachigen, interkulturellen Besetzung der Figuren ist mehr als geglückt; für alle SpielerInnen ist das Gefühl, mit einem klassischen Text der Gastkultur Erfolg gehabt zu haben, die Belohnung für eine lange und sehr harte Probenzeit.

 

Regie: Walter Pfaff

Bühne Manu: Hophan 

Kostüme: Francisca Huesser 

Musik: Magda Vogel

Spieler*innen: Javier Amati, Beverly Achermann, Newroz Baz, Tufan Filiztek, Amowie Oreoghene, Joelle Rahme, Doris Seibold, P.Vijayashantan



MEGGIY GEHT ZURÜCK IN DEN KONGO

28. und 30. April. 2009



Meggiy - unterstützt von einer Schauspielerin – erzählt aus ihrem Leben: ihrer Herkunft, ihren Träumen, der Realität in der Schweiz und ihrem Alltag jetzt, wo sie alles für ihre Rückkehr plant. Meggiy war Jura-Studentin in Kinshasa, musste vor elf Jahren nach einer Demonstration das Land verlassen und stellte in der Schweiz ein Gesuch um Asyl. Nach einem negativen Bescheid und zahlreichen gescheiterten Versuchen diesen rechtlich anzufechten, hat Meggiy entschieden in die Demokratische Republik Kongo zurück zu kehren. In Handschellen zurück geschafft zu werden, das verdient sie nicht, sagt sie. Sie will die seit elf Jahren dauernde Zermürbung beenden und plant nun ihre „freiwillige“ Rückkehr. Für die Behörden ist Meggiy das Beispiel einer gelungenen Asylpolitik.

 

Text/ Regie: Mirjam Neidhart

Ein dokumentarischer Abend mit Meggiy Pombolo und Beren Tuna zu Gast im MAXIM Theater



HIN & ZURÜCK

TAMO & OVAMO


Eine Filmdokumentation des Jugendprojektes Zürich - Sarajevo von und mit Jugendlichen aus Zürich Kreis 4 und Sarajevo.

 

ZÜRICH: Arno, Betim, Dave, Denis, Fitim, Francois, Iwan, Janja, Jannik, Julia, Kim, Laiya, Lina, Lirim, Lucca, Mentor, Nini, Sabri, Sara, Schilan, Soraya, Venhar

SARAJEVO: Aida, Amela, Ahmed, AminaH, AminaK, Amila, Armin, Dado, Dzana, Edia, Jasmina, Korda, LejlaH, LejlaK, LejlaT, Merima, Meris, Nadžiba, Nadžida, NerminaK, NerminaM, Sanjin

Eine Produktion des MAXlM Theater in Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff  Kreis 4 in Zürich              

Partnerorganisationen in Sarajevo: Medunarodni Centar, SOS Herman Greiner Centar, Wings of Hope

Mit der Unterstützung von: Stiftung Mercator Schweiz, Hauptsponsor Austausch Zürich-Sarajevo, Pfingstblütenstiftung,  Bundeskredit für Integrationsfragen, The Ramsay Foundation, Fachstelle für Rassimusbekämpfung FRB, SAJV Ostprojekte, Georg und Josy Guggenheim Stiftung, René und Susanne Braginsky Stiftung, Stiftung Gertrude Kurz



THIRD EYE ll

ZÜRICH-SARAJEVO

April. 2008 - Jan. 2009



Ein Filmprojekt für Jugendliche. Jugendliche mit Migrationshintergrund und Einheimische gehen mit Hilfe einer Filmkamera den Fragen nach, wie junge Menschen im Kreis 4 in ihrer kulturellen Verschiedenheit zusammen leben und wie sie in ihrer Stadt mit Jugendlichen aus anderen Quartieren leben. Sie fragen nach Verhaltensmustern gegenüber dem Andern, dem Fremden, wie Äusserlichkeiten und Sprache, und wie die daraus entstandenen Vorurteile abgebaut werden können. Die Jugendlichen werden mit dem Medium Film vertraut gemacht, das ihnen ermöglicht ihre Ideen selbstständig auszudrücken. Damit werden sie sowohl in künstlerischer und technischer, als auch in ihrer kommunikativen und politischen Kompetenz gefördert. THIRD EYE ll wurde als internationales Austauschprojekt von April 2008 – Januar 2009 in Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff Kreis 4, Zürich und mit den Jugendorganisationen Medunarodni Centar Zadjecu, SOS Drustveni Centar und Wings of Hope, Centar za Psiho-socijalnu Podtrsku, Sarajevo, Bosnien durchgeführt. Die ersten kurzen Filme, die entstanden, wurden als Filmbriefe den Jugendlichen nach Sarajevo gesandt, die ihrerseits ebenfalls kleine Filme drehten, die sie nach Zürich schickten. In der persönlichen Begegnung zwischen den Jugendlichen im Oktober 2008 in Sarajevo und im Januar 2009 in Zürich entstand ein Dialog über kulturelle, religiöse und ethnische Grenzen hinweg und bleibende Freundschaften bestätigen die Nachhaltigkeit. Durch den Austausch mit Gleichaltrigen aus einer anderen Stadt haben die Jugendlichen gelernt sich mit anderen Lebenswelten und mit sich selber vertiefter auseinanderzusetzen. In THIRD EYE ll versuchen die Jugendlichen Antwort auf die Frage zu finden, wie die Kommunikation und die Verständnis zwischen zugewanderten und einheimischen Jugendlichen verbessert werden kann. Und es wird aufgezeigt, dass der Abbau gegen Vorurteile möglich wird, indem der direkte interkulturelle Dialog gelebt wird - als Voraussetzung für die Verbesserung der Verständigung zwischen Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft. Das Projekt wurde von zahlreichen Stiftungen und öffentlichen Stellen unterstützt.



HIER UND DORT

24. Nov. 2009


Sechs Menschen unterschiedlichster Nationalitäten begeben sich auf eine Bergtour. Sie tun dies zwar gemeinsam am gleichen Seil, jeder aber auf seiner ganz persönlichen Suche nach Heimat und Identität. Ausgerüstet mit dem Nötigsten geraten sie in ein Gewitter und werden gezwungen, Schutz in einer engen Berghütte zu suchen. Hier an diesem unwirklichen Ort brechen plötzlich verborgene Geschichten aus ihnen heraus… Der Berg als Schweizer Heimatsymbol vereint an seinem Fusse eine interkulturelle Gruppe. Es geht aber nicht nur um ein Abbild der kulturellen Vielfalt  in der Schweiz, sondern im Besonderen um die ganz persönlichen Konflikte jeder einzelnen Figur. Warum sind sie hier? Wovor sind sie auf der Flucht? Was versprechen sie sich hier oben zu finden? Was bedeutet Heimweh? Das Stück entwickelte sich aus dem Arbeitsprozess. Die Spielerinnen und Spieler setzten sich in dieser Phase intensiv mit ihren persönlichen Fragen nach Heimat und Identität auseinander. Durch Erzählungen greifen sie Erinnerungen und Konflikte auf im Zusammenhang mit Themen wie Familie, Kindheit, Ausländern, Zukunftsvorstellungen, Krieg und Traditionen.

 

Regie: Daniel Koller

Es spielen: Angela Luder l Beverly Achermann l Nils Huber l Susanne Kasack l und Justyna Siewiec


MAXIM Theater

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