2011


 

KREIS FEAR

Eine Zürcher Bankerin und Investorin kommt in den Kreis 4 und muss sich wider Willen mit den kulturell unterschiedlichsten Menschen auseinandersetzen. Im Kreis 4 gelten andere Gesetze. Statt der gewohnten distanzierten Höflichkeit erlebt sie, wie die Menschen hier auf Tuchfühlung miteinander gehen. Nach einer Kaugummiattacke landet sie in einem Friseursalon, der Treffpunkt für die unterschiedlichsten Charaktere aus dem Kreis 4 ist. Menschen auf der Suche nach Anerkennung, nach Liebe oder Geld, die dafür bereit sind, ihre Identität zu verraten. Ihr Weg kreuzt sich mit einer Afrikanerin, die es verinnerlicht hat, dem Bild einer perfekten Schweizerin zu entsprechen. Auf der Suche nach Mitgliedern für einen Chor, der Schweizer Volkslieder singen wird, fehlt ihr das Bewusstsein, dass sie in ihrem Verhalten Fremden gegenüber rassistischer ist, als mancher Schweizer. Vorurteile prallen aufeinander, Sprachbarrieren führen zu Missverständnissen, schliesslich sieht die Bankerin ihre bisherigen Wertvorstellungen auf den Kopf gestellt und unter afrikanischer Leitung erklingt „Lueget vo Berg und vo Tal“.

Das Frauen Ensemble des MAXIM Theater beschäftigt sich in seiner 5. Produktion mit dem Ruf des Kreis 4 in der Zürcher Bevölkerung. Dafür haben die Spielerinnen auf dem Paradeplatz, aber auch unter ihren Bekannten Interviews geführt. Welche Rolle spielt der Kreis 4 in ihrem Leben? Wie erleben BesucherInnen den Kreis 4, warum fühlen sich einige davon magisch angezogen und welche Vorurteile und Klischees führen dazu, dass manche den Kreis bewusst meiden?

Daraus hat Regisseurin Jasmine Hoch einen Theaterabend entwickelt, der pointiert und humorvoll diese Vorurteile und Klischees benutzt, um die tragischen und komischen Geschichten von acht Figuren zu erzählen, deren Wege sich im Kreis 4 während 24 Stunden immer wieder kreuzen. Eingebunden in den Theaterabend sind authentische Interviews mit den Spielerinnen, die darüber erzählen, warum sie ausgerechnet in die Schweiz gekommen sind, mit welchen Vorurteilen sie auf Grund ihrer Nationalität zu kämpfen haben und ob und wie es ihnen gelungen ist, sich zu integrieren.

Leitung: Jasmine Hoch

Es Spielen: Frauen zwischen 25 und 60 Jahren, Schauspielerinnen und Laien unterschiedlichster Nationalitäten: 

Alejandra Cordona l Elaine Derungs l Katia Hofacker l Marijana Lalovic l Milena Petrovic l Salla Ruppa l Sandra De los Santos l Edita Skalic l Susan Wohlgemuth

 

Premiere war am 4. Juli 2011. Das Stück wurde insgesamt dreizehn Mal in Zürich, Winterthur und Affoltern a.A. aufgeführt.



 

...UND ES KAMEN MENSCHEN...

Ein Rückblick mit Momentaufnahmen aus den 60er Jahren. Lokale Geschichten aus dem Kreis 4, die vom Ankommen, vom wieder Gehen oder Bleiben erzählen, vom Ausgegrenzt Werden und vom Dazugehören. Und davon, was dies für jeden Einzelnen bedeutet. Ein Stück, das eine Erinnerung ist an vergangene Zeiten und eine Verbindung macht zur Gegenwart.

Leitung: Tim Meyers

Es Spielen: Christoph Aerni, Javier Amati, Gabriela Frei-Koch, Nils Huber, Ivana Kvesic, Cora Lutz, Angela Luder, Claudia Mastroianni, Fredy Meier, Araz Salam Nassir, Gizem Sezer, Premanath Sivapalam, Mariana Skliamis

 

Premiere war am 31.Oktober 2011 um 20 Uhr Restaurant Zeughaushof, weitere Vorstellungen am 2. und 4. November



 

FILME AUS

SRI LANKA

 

IM MAXIM THEATER

THE ART OF FORGETTING: 56'

A MANGO TREE IN THE FRONT YARD: 11'

SHADOWS OF SILENCE: 11'

Sprache: Tamilisch, Untertitel: Englisch

Diskussion in Englisch mit Übersetzungshilfe in deutscher Sprache

mit anschliessender Diskussion. Der Regisseur des ersten Films ist anwesend

MAXIM THEATER IM ZEUGHAUS 5                               

Am 25. September 2011 um 20 Uhr



 

NAGA MANDALA

Eine Adaption des Indischen Theaterstücks von Girish Karnad in deutscher Sprache.

“Die Kraft des Volkstheaters besteht darin, dass  es – wenngleich es scheinbar traditionelle Werte  aufrechterhält - auch die Möglichkeit hat, diese Werte zu hinterfragen, sie buchstäblich auf den Kopf zu stellen. Aus dem  Zusammentreffen verschiedenster  Ausdrucksformen – dem  Chor, der Musik, vermeintlich voneinander unabhängiger komischer Intermezzi, der Mischung von menschlicher und nichtmenschlicher Welt - entsteht eine Theateraufführung, die sowohl unterschiedliche Betrachtungsweisen, als auch eine alternative Auslegung des zentralen Problems zulässt. Sie ermöglichen, um Bertold Brecht zu zitieren, das “dialektische Theater“. Girish Karnad

Die junge Frau Rani wird von ihrem Ehemann betrogen und von der Aussenwelt abgeschnitten und eingesperrt. Eine Schlange in Gestalt ihres Ehemanns kommt sie regelmässig besuchen und zeugt mit ihr ein Kind. Eine Parabel, die die Stellung der Frau in der indischen Gesellschaft reflektiert. Sie erzählt über die Sehnsucht der Frau geliebt und geachtet zu werden und darüber Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

Das traditionelle Indische Stück NAGA MANDALA wird mit Nicht-Indischen Darstellerinnen und Darstellern des MAXIM Theaters als Erstaufführung in deutscher Sprache aufgeführt. Die Adaption des Stückes und der Spielweise, das dadurch nicht der Indischen Tradition zugewiesen werden kann, verschafft dem Publikum einen Zugang zu der Geschichte und ermöglicht dennoch einen Blick in Traditionen und Werte der hier lebenden Tamilischen und Indischen Diaspora.

Leitung: P.Vijayashanthan

Es Spielen: Sauro Bianchi, Daniella Franaszek, Jasmin Jbilou, Fatma Karakus, Alexandra Kraft, Ana Otero, Joelle Rahmé, Monika Rominger, Doris Seibold, Tokhir Saydullaev

Musik: Musikalisch wird das Stück ganz in der indischen Tradition von den beiden Musikern A. Shanmugathas (Tabla) und S.Sivarupan (Violin)  begleitet.

 

Premiere war am 20.Juli 2011. weitere Vorstellungen: 21. - 30.Juli



2010


 

IDOLE 

 

DIE SUCHE NACH DEM BESONDEREN 

IDOLE ist eine szenisch, musikalische Persiflage auf die Nacheiferung von Stars. Sieben Frauen setzten sich mit sich und ihren Rollenbildern auseinander und fragen: Warum lassen wir uns beeinflussen, obwohl wir wissen, dass eine Maschinerie der Bewusstseinsindustrie uns manipuliert und ausnutzt? 

Träume, Hoffnungen und Ängste verbinden sich musikalisch und szenisch zu einer verzweifelten  aber auch ironischen Suche nach dem Besonderen.

Wer bin ich? Private Geschichten der Spielerinnen verbinden sich mit den Biographien von Stars. Rollen werden kopiert und gelebt, um nicht in der scheinbaren  - suggerierten - Beliebigkeit des Alltags zu versinken.

Sich selber verraten, erniedrigen, zur Schau stellen, um für Momente des Lebens vorzukommen, besonders zu sein. Warum tun wir das?Was verbinden wir mit  Paris Hilton, Madonna, Marilyn Monroe oder Frieda Kahlo?

Wir haben die einschlägige Lektüre verschlungen und uns gefragt, was und warum interessieren uns die Geschichten der Stars

Leitung: Jasmine Hoch

Es Spielen: Anamaria Steg. Beser Basguerboga, Edita Scalic, Jusiyna Siewic, Karin Knoll, Laura Baumann,  Susan Wohlgemuth, Salla Rupa.

 

Premiere war  im Juli 2010. 15 weitere Vorstellungen fanden an unterschiedlichen Orten im Kreis 4 und 5 bis Sommer 2011, das letzte Mal in Affoltern a/Albis statt.



 

IDENTITY

 

EINE COLLAGE

Angekommen in einem anderen Land, einer anderen Kultur sind die meisten von in ihrem Alltag stets mit der Frage nach der eigenen Identität konfrontiert. Doch an was messen wir unsere Identität? Wie definieren wir sie? Die Gruppe setzte sich mit ihren eigenen Geschichten, Gedanken, Konzepten zu Identität auseinander, hinterfragen sie.

Dabei entstanden 10 individuelle Texte, die als Collage vereint wurden. Identities ist eine kollektive Arbeit aller Beteiligten. Die verschiedenen Persönlichkeiten spiegeln sich in der Performance. Sie spiegelt die Zusammenarbeit der Gruppe und fragt zurück: Wer bist Du?

EINE KOLLEKTIVE ARBEIT VON "THE PAINTED BYRD GROUP" 

VON UND MIT: Sauro Bianchi l Carol Zoe Bührer l Daniella Franaszek (Lead) l Swati Jangle l Amowie Oreoghene l Joelle Rahme l Pakkiyanathan Vijayashanthan (Lead)

 

Identities wurde im Juni 2010 MAXIM Theater und in Aarau aufgeführt



 

WAITING

In WATITING bestimmt Warten das Leben der MigrantInnen: Warten auf eine Aufenthaltserlaubnis, auf einen Ausweis, auf Arbeit, auf einen Kontakt zu Menschen von hier. Warten bildet daher eine Brücke zu den biographischen Geschichten der MigrantInnen und zu ihrer Erlebniswelt. Unsere Spielaufgabe lag darin, dass diese sich mit dem zur Passivität tendierenden Zustand des Wartens auseinandersetzten, ihn mit ihren Lebensgeschichten verbanden und aktiv Optionen des Handelns aus dieser Konfrontation entwickelten. Warten war also unsere einfache theatrale Grundsituation.

Kollektive Kreation von

Javier Amati l Carol Zoe Bührer l Sauro Bianchi l Tufan Filiztek l Daniella Franaszek l Swati Jangle l Fatma Karakus l Amowie Oreoghene l Joelle Rahme l Durgac Mehmet Resat l Matteo Innocenti l Umut Dogan l P. Vijayashantan l Walter Pfaff (Leitung)

WAITING fand in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 2010 statt in dem zum Warteraum umfunktionierten Restaurant Zeughaushof im Kreis 4, wo die 13 Spielenden aus 11 Nationen für eine Nacht wohnten, lebten, assen, schliefen, spielten, sangen, erzählten und das Publikum einluden diese Zeit mit ihnen zu verbringen.



2009


 

KASSANDRA

Im Tagebuchteil der „Voraussetzungen einer Erzählung: Kassandra“ sagt Christa Wolf: „ Wenn keiner, der mit Waffen zu tun hat, mehr den Finger rührte? Dann würden sie alle arbeitslos. Na und? Denkt man. Besser arbeitslos als tot. Aber so denken die nicht, denn sie fürchten mehr den sicheren gesellschaftlichen Tod als den unsicheren physischen. Dies nenne ich: falsche Alternativen. Ihre Zahl nimmt zu.“

Sechs Frauen aus 6 Ländern haben sich über Improvisationen der Figur Kassandra aus Christa Wolfs Erzählung angenähert und nach den Ursachen gesucht, die dazu führen, dass damals wie heute Kriege entstehen. Wohin führen Unzufriedenheit, Zurücksetzungen und verletzte Eitelkeiten im Kleinen? Das entwickelte Theaterstück schlägt den Bogen zu heute und erzählt in dramatischen, aber auch ironisch gebrochenen, komischen Szenen über Abhängigkeiten und der daraus resultierenden Loyalität, über das Begehren nach einflussreichen Positionen, über Täuschung und Schuldgefühle und über den Mechanismus der Verdrängung, dann, wenn jede einzelne Frau hinschauen müsste und etwas riskieren, um den Ausbruch von Gewalt zu verhindern. Kassandra hat keine Chance Gehör zu finden. Gibt es noch einen Unterschied im Handeln zwischen Frauen und Männern, wenn es darum geht, Haltung zu beziehen, und den eigenen Untergang zu verhindern?

Regie: Jasmine Hoch 

Raum und Kostüme:  Claudia Flütsch                    

Vocal Coach  Saadet Türköz l Dramaturgische Beratung  Christine Besier  MaskeAnja Lareida l Technik Phil Burnand

Es Spielen:  Besér Basguerboga l Salla Ruppa l Justyna Siwiec l Edita Skalic l Ana Maria Steg l Susan Wohlgemuth

 

ein Versuch einer Annäherung an die Erzählung von Christa Wolf

Die Premiere war am 30. Oktober 2009. Weitere 10 Vorstellungen im Nov. 2009



 

DER STURM / THE TEMPEST

 

 

VON WILLIAM SHAKESPEARE

Der durch eine mörderische Intrige gegen seinen Bruder Prospero mit Gewalt an die Macht gekommene Herzog von Mailand gerät nach einem Schiffbruch mit seinem Hofstaat auf eine kleine unbekannte Insel. Neuer Herr dieser Insel ist ausgerechnet der einst von ihm gestürzte Bruder Prospero. Dieser hat sich mit Hilfe seiner überlegenen magischen Techniken Kaliban, den alten Herrscher der Insel, unterworfen und zum Sklaven gemacht. Prosperos Rache am Bruder ist nahe. Aber ausgerechnet in diesem Augenblick revoltiert der Sklave Kaliban, und auf der Insel beginnt ein Krieg von allen gegen alle um Macht und um Freiheit.

Das Ensemble des MAXIM Theaters zeigte dieses Alterswerk von Shakespeare in Deutsch und Englisch mit SpielerInnen aus Afrika, Südasien, dem Nahen Osten, Europa und Südamerika. Nach zwei Voraufführungen fand die Premiere von The Tempest/Der Sturm am 26. Juni 2009 im MAXIM Theater statt.

Das Experiment mit einem klassischen Theatertext Shakespeares und einer vielsprachigen, interkulturellen Besetzung der Figuren ist mehr als geglückt; für alle SpielerInnen ist das Gefühl, mit einem klassischen Text der Gastkultur Erfolg gehabt zu haben, die Belohnung für eine lange und sehr harte Probenzeit.

Regie: Walter Pfaff

Bühne Manu: Hophan 

Kostüme: Francisca Huesser 

Musik: Magda Vogel

 

Premiere war am 26. Juni 2009 um 20.30. Es folgten 10 Aufführungen vom 27.Juni bis zum 18.Juli 2009 



 

MEGGIY GEHT ZURÜCK IN DEN KONGO     

Meggiy - unterstützt von einer Schauspielerin – erzählt aus ihrem Leben: ihrer Herkunft, ihren Träumen, der Realität in der Schweiz und ihrem Alltag jetzt, wo sie alles für ihre Rückkehr plant.

Meggiy war Jura-Studentin in Kinshasa, musste vor elf Jahren nach einer Demonstration das Land verlassen und stellte in der Schweiz ein Gesuch um Asyl. Nach einem negativen Bescheid und zahlreichen gescheiterten Versuchen diesen rechtlich anzufechten, hat Meggiy entschieden in die Demokratische Republik Kongo zurück zu kehren. In Handschellen zurück geschafft zu werden, das verdient sie nicht, sagt sie. Sie will die seit elf Jahren dauernde Zermürbung beenden und plant nun ihre „freiwillige“ Rückkehr. Für die Behörden ist Meggiy das Beispiel einer gelungenen Asylpolitik.

Text/ Regie: Mirjam Neidhart

 

Ein dokumentarischer Abend mit Meggiy Pombolo und Beren Tuna zu Gast im MAXIM Theater

 

28.4.2009 und 30.4.2009 –MAXIM Theater BAR



 

HIN & ZURÜCK

 

TAMO & OVAMO

Eine Filmdokumentation des Jugendprojektes Zürich - Sarajevo

von und mit Jugendlichen aus Zürich Kreis 4 und Sarajevo

Arno,Betim,Dave,Denis,Fitim,Francois,Iwan,Janja,Jannik,Julia,Kim,Laiya,Lina,Lirim, Lucca,Mentor,Nini,Sabri,Sara,Schilan,Soraya,Venhar - ZÜRICH

 

Aida,Amela,Ahmed,AminaH,AminaK,Amila,Armin,Dado,Dzana,Edia,Jasmina,Korda,  Lejla H,  Lejla K,Lejla T,Merima, Meris,Nadžiba,Nadžida,Nermina K, Nermina M, Sanjin - SARAJEVO

Eine Produktion des MAXlM Theater in Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff  Kreis 4 in Zürich              

 

Partnerorganisationen in Sarajevo:                     Medunarodni Centar, SOS Herman Greiner Centar, Wings of Hope


Die Filmpremiere war am 13. Juni um 15.30 im Kino XENIX

 

DVD des Jugend Austauschprojekt Zürich Sarajevo jetzt erhältlich!

hin&zurück - tamo&ovamo 2009,CH,40' im Verkauf für Fr.22.00 inkl Porto

Kino XENIX : Helvetiaplatz l 8004 Zürich

 

Mit der Unterstützung von

Stiftung Mercator Schweiz, Hauptsponsor Austausch Zürich-Sarajevo, Pfingstblütenstiftung,  Bundeskredit für Integrationsfragen, The Ramsay Foundation, Fachstelle für Rassimusbekämpfung FRB, SAJV Ostprojekte, Georg und Josy Guggenheim Stiftung, René und Susanne Braginsky Stiftung, Stiftung Gertrude Kurz



 

THIRD EYE ll

 

ZÜRICH-SARAJEVO

Ein Filmprojekt für Jugendliche

Jugendliche mit Migrationshintergrund und Einheimische gehen mit Hilfe einer Filmkamera den Fragen nach, wie junge Menschen im Kreis 4 in ihrer kulturellen Verschiedenheit zusammen leben und wie sie in ihrer Stadt mit Jugendlichen aus anderen Quartieren leben. Sie fragen nach Verhaltensmustern gegenüber dem Andern, dem Fremden, wie Äusserlichkeiten und Sprache, und wie die daraus entstandenen Vorurteile abgebaut werden können. Die Jugendlichen werden mit dem Medium Film vertraut gemacht, das ihnen ermöglicht ihre Ideen selbstständig auszudrücken. Damit werden sie sowohl in künstlerischer und technischer, als auch in ihrer kommunikativen und politischen Kompetenz gefördert.

THIRD EYE ll wurde als internationales Austauschprojekt von April 2008 – Januar 2009 in Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff Kreis 4, Zürich und mit den Jugendorganisationen Medunarodni Centar Zadjecu, SOS Drustveni Centar und Wings of Hope, Centar za Psiho-socijalnu Podtrsku, Sarajevo, Bosnien durchgeführt.

Die ersten kurzen Filme, die entstanden, wurden als Filmbriefe den Jugendlichen nach Sarajevo gesandt, die ihrerseits ebenfalls kleine Filme drehten, die sie nach Zürich schickten. In der persönlichen Begegnung zwischen den Jugendlichen im Oktober 2008 in Sarajevo und im Januar 2009 in Zürich entstand ein Dialog über kulturelle, religiöse und ethnische Grenzen hinweg und bleibende Freundschaften bestätigen die Nachhaltigkeit. Durch den Austausch mit Gleichaltrigen aus einer anderen Stadt haben die Jugendlichen gelernt sich mit anderen Lebenswelten und mit sich selber vertiefter auseinanderzusetzen.

In THIRD EYE ll versuchen die Jugendlichen Antwort auf die Frage zu finden, wie die Kommunikation und die Verständnis zwischen zugewanderten und einheimischen Jugendlichen verbessert werden kann. Und es wird aufgezeigt, dass der Abbau gegen Vorurteile möglich wird, indem der direkte interkulturelle Dialog gelebt wird - als Voraussetzung für die Verbesserung der Verständigung zwischen Jugendlichen unterschiedlichster Herkunft.

Das Projekt wurde von zahlreichen Stiftungen und öffentlichen Stellen unterstützt (siehe Partner)



 

HIER UND DORT 

Sechs Menschen unterschiedlichster Nationalitäten begeben sich auf eine Bergtour. Sie tun dies zwar gemeinsam am gleichen Seil, jeder aber auf seiner ganz persönlichen Suche nach Heimat und Identität. Ausgerüstet mit dem Nötigsten geraten sie in ein Gewitter und werden gezwungen, Schutz in einer engen Berghütte zu suchen. Hier an diesem unwirklichen Ort brechen plötzlich verborgene Geschichten aus ihnen heraus…

Der Berg als Schweizer Heimatsymbol vereint an seinem Fusse eine interkulturelle Gruppe. Es geht aber nicht nur um ein Abbild der kulturellen Vielfalt  in der Schweiz, sondern im Besonderen um die ganz persönlichen Konflikte jeder einzelnen Figur. Warum sind sie hier? Wovor sind sie auf der Flucht? Was versprechen sie sich hier oben zu finden? Was bedeutet Heimweh?

Das Stück entwickelte sich aus dem Arbeitsprozess. Die Spielerinnen und Spieler setzten sich in dieser Phase intensiv mit ihren persönlichen Fragen nach Heimat und Identität auseinander. Durch Erzählungen greifen sie Erinnerungen und Konflikte auf im Zusammenhang mit Themen wie Familie, Kindheit, Ausländern, Zukunftsvorstellungen, Krieg und Traditionen.

Regie: Daniel Koller

Es spielen: Angela Luder l Beverly Achermann l Nils Huber l Susanne Kasack l und Justyna Siewiec 

Premiere war am 24. November 2009 im MAXIM Theater



2008


 

SINGLES 

Eine ernsthafte, aber auch komische Auseinandersetzung mit dem Singledasein von Frauen im "besten" Alter.

Über Improvisationen haben sich Frauen aus verschiedenen Kulturen spielerisch dem Thema Singles angenähert, aus eigenen Erfahrungen geschöpft und so ist eine Aufführung entstanden, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Einsamkeit und den Nöten, aber auch den Freiräumen des Lebens als Single auseinandersetzt. "Ein Single ist immer auf der Suche" hält eine Darstellerin fest und wir erkennen uns wieder auf der Suche nach dem Idealpartner, sei es im Internet, am Arbeitsplatz, in der Disco oder durch eine Agentur. Und was wäre, wenn es ein Land gäbe, in dem Ehe, Mutterschaft und Liebesaffairen im Teilzeitmodell geführt werden, so dass noch Zeit für ein Leben als ewige Single bleibt?

Regie: Jasmine Hoch

Es spielen: Angela Luder l Beverly Achermann l Nils Huber l Susanne Kasack l und Justyna Siewiec

Premiere war am 12. September 2008



 

TAUSENDUND-EINE NACHT IN DEINEN ARMEN

 

„Tausendundeine Nacht in Deinen Armen“ ein Abend in der Tradition der Poesieabende des Orients. Nesrin Buzdugu und Umut Dogan singen und erzählen von der Liebe, der Freiheit und dem Schmerz.

Die Lieder in Türkischer Sprache werden begleitet von der Saass, die Umut Dogan spielt.

Die Gedichte stammen zum Teil aus alter Überlieferung, zum Teil aus modernen deutsch-türkischen Internetforen. Sie werden auf Türkisch und Deutsch gesprochen. So bilden das Alte und das Neue Symbiosen, zeigen aber auch Gegensätze der Sprache und der Emotionen.

Leitung: Sandra Knecht

Es spielen: Nesrin Buzdugu und Umut Dogan

Premiere war am 3. Juli 2008



 

ME,THERE, THEN 

In Me, There, Then geht es um die Erfahrung von Krieg und Gewalt, welche die SpielerInnen im Herzen verschlossen mit sich tragen. Dazu wurde mit biographischen Ethno-Dramen gearbeitet, die im Laufe der Arbeit zum Thema „Gewalt, Angst und Verlust“ entstanden sind. Es sind Bruchstücke von Erzählungen aus der Kindheit und aus der persönlichen Auseinandersetzung mit Gewalt. Me, There, Then verbindet diese szenischen Bruchstücke in Form einer Collage. In der Collage bewahrt das einzelne biographische Stück seine Authentizität, aber aus der Beziehung der unterschiedlichen Stücke entsteht ein Blick in Innenwelten, welche von Kriegen geprägt sind, in denen wir alle in der einen und anderen Art Flüchtlinge sind.

Regie: Walter Pfaff

Es spielten: Dragana Caprez, Elaine Derungs, Joelle Rahme, Stephanie Schneider, Betim Shala und Vijayan

Premiere war am 31. Mai 2008



2007


 

GESPRÄCHE IN DER BAR / 8 ZIMMER LIFE

 

 

Gespräche in der Bar

Vom Sonntag 28. Oktober bis Freitag 2. November 2007 begegneten sich in der Rothausbar jeweils zwischen 21.30 Uhr und 22.30 Uhr Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und unterschiedlicher Kulturen. In nächtlichen Gesprächen berühren sie alltägliche Themen, die - durch das Zuwort „AusländerIn“ - einen anderen Stellenwert erhalten. Der Barraum bildet die Bühne, das Publikum sitzt mitten drin. Die Gespräche der SpielerInnen verschmelzen mit denen des Barpublikums. Nur für kurze Zeit werden ihre Stimmen akustisch in den Barraum verstärkt.

Die SpielerInnen sprechen über ihre Wünsche, über die Gegenwart und ihre Zukunft, über das Ankommen, über das Sterben, über Familien und Freunde und immer wieder über das Geld und die Arbeit. Sie sprechen über die Liebe und das andere Geschlecht, über Vertrauen und Betrug und über die Abhängigkeiten, die durch ihr Fremdsein entstehen. Sie sprechen über die ferne Heimat, aber auch über die Sehnsucht hier ein neues Zuhause zu finden. 

 

Acht Zimmer Life

Am Samstag 3. Oktober 2007 von 21 bis 23 Uhr begegnet das Publikum denselben Menschen von ganz nahe. In der Enge von acht Zimmern im Hotel Rothaus ereignen sich Begegnungen von Menschen im Transit  zwischen dem was war und dem was sein wird. Reisende mit oder ohne Gepäck, mit oder ohne Stimme, mit oder ohne Glaube/Liebe/Hoffnung. Die Zuschauer treten nach und nach in die einzelnen Zimmer ein und nehmen für ein paar Minuten von ganz nahe Teil an fremden Leben im Hotel. 

Konzept und Umsetzung: Jasmine Hoch, Walter Pfaff

Es Spielen: Caterina Achermann, Elizabeth Arciniega, Laura Baumann, Lisa Bodo, Dragana Caprez, Elvira Delgado, Elaine Derungs, Karin Knoll, Ebru Koyun, Moses Kazungu Kombe, Evche Evariste Nkomi, Amowie Oreoghene, Anahi Perez Izquierdo, Venhar Ramadani, Doris Seibold, Justyna Siwiec.



 

THIRD EYE l

Im Projekt THIRD EYE erforschten von April 2007 bis Juli 2007 zwei Filmteams mit Jugendlichen ab 14 Jahren das Langstrassenquartier mit seiner multi-ethnischen Bevölkerung. In ihren Filmen reflektieren die Jugendlichen ihre eigene Herkunft in der Begegnung mit Menschen anderer kulturellen Prägungen und versuchen die menschlichen Horizonte zu zeigen, die sich jenseits eingeprägter Vorurteile eröffnen.

In den von den Jugendlichen entstandenen Filme sprechen sie zu uns. Sie zeigen, dass es gelingen kann viele der Gräben zwischen „Wir“ und „Die da“ zu überwinden und Brücken über die Grenzen von lokaler Zugehörigkeit, von Vorurteilen, von Rasse, Geschlecht und Herkunft zu schlagen. Die unterschiedlichsten jungen Menschen kommen in den zwei Filmen zu Wort.

 

MIR CHIND VOM CHREIS 4  CH 2007, 15’

Die Jugendlichen gehen der Frage nach, wie Kinder im Langstrassenquartier aufwachsen; vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen.

Ein Film von Céline Brunner, Olivia Dürst und Engel Esteban Stricker. Mit Valentina Coluccia, Alexandra Filipovic, Roman Hauser, Alina Horsch und den C4style.

 

IPHICHANGE(S)  CH 2007, 15’

Die Jugendlichen schlüpfen in Rollen und erfahren ihnen bis anhin Fremdes.  

Künstlerische Leitung: Walter Pfaff/Leitung Bereich Film: Hansjürg Pfaff

Projektleitung: Claudia Flütsch 

Cast: Iphigenia Spada, Kamera: Sabri Schumacher. Mit Valentina Coluccia, Daniela Dimitrijevic, Alexandra Filipovic, Cosima Frei, Alina Horsch, Davide-Dan Margiotta, Venhar Ramadani, Iwan Santana, Dido Schumacher 

 

Die beiden Filme hatten am 17. November 2007 im Kino Xenix in Zürich Premiere.



 

BISTRO CHADÉ + SPRACHVER-WIRRUNGEN

 

African Ensemble und FRAUEN treffen FRAUEN

Am 18. April 2007 zeigte MAXIM VOICE Improvisationen im Zeughaushof